Der Deutsche Journalisten Verband (DJV) hat als nicht hinnehmbar kritisiert, dass die Stiftung Zollverein Fotografen abmahnt, die Bilder der Zeche Zollverein auf ihren Internetseiten veröffentlichen. Den Hinweis auf eine angebliche Kostenpflichtigkeit einer Veröffentlichung von Bildern der Zeche, einem der bedeutendsten Industriedenkmäler der Welt, hält der DJV für geradezu grotesk. Es sei paradox, dass man einerseits das Bild einer weltoffenen europäischen Kulturhauptstadt-Region abgeben wolle, andererseits die Panoramafreiheit missachte.
“Es kann nicht sein, dass Fotografen, die in die europäische Kulturhauptstadt Region reisten, Angst haben müssen, auch die Zeche Zollverein zu fotografieren, da sonst Abmahnungen auf sie zukommen könnten”, betonte die stellvertretende DJV Bundesvorsitzende Ulrike Kaiser. “Für uns ist klar: Es gilt auch im Fall der Stiftung Zollverein die Panoramafreiheit für Fotografen. Die Stiftung Zollverein kann diese nicht missachten”, so Kaiser. Zudem sei das die schlechteste Öffentlichkeitsarbeit für den Standort Ruhrgebiet, die man sich vorstellen kann.
Kaiser wies darauf hin, dass die Zeche Zollverein mit Millionenbeträgen aus öffentlichen Mitteln finanziert worden sei. “Wie im Fall des Schlosses Sanssouci müssen Fotografen auch auf dem Gelände frei fotografieren dürfen. Das Haus- und Eigentumsrecht kann bei solchen aus öffentlichen Mitteln finanzierten und für die Öffentlichkeit gedachten Gebäuden und Flächen nicht geltend gemacht werden!” … Wir bleiben im heutigen Bauletter zunächst bei ausgezeichneter Architektur, die gute Fotos verdient (haben wird):
- Auslobungsstart zum Deutschen Fassadenpreis 2011 für VHF
- 10-mal Gold beim “best architects 11″ Award
- Architektur-Wettbewerb der Wüstenrot Stiftung entschieden
- VELUX gewinnt Corporate Publishing Award
- Studie: Als Fördermöglichkeiten vor allem KfW-Mittel bekannt
- Konjunkturumfrage 2010 der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau
- Studie: Offene Protokolle sorgen für erfolgreiches integriertes Gebäudemanagement
- FM-Branchenreport 2010 in der Druckversion erschienen
- Bauindustrie: “Frauen fördern ja – aber ohne gesetzliche Quote”
In der Tat ist diese Haltung gegenüber Journalisten (wahrscheinlich auch professionellen Fotographen) mehr als fragwürdig. Allein die im Beitrag benannte öffentliche Finanzierung von Zollverein rechtfertigt ein nachhaltiges öffentliches Interesse und da darf es meines Erachtens derartige Restriktionen nicht geben. Wenn nun entgegnet würde, daß man ja nur Profis Einhalt gebieten möchte mit dem Wert ‘Zollverein’ eigene/private Umsätze zu tätigen – so möchte ich entgegnen, daß das Management von Zollverein selber ganz unbescheiden mit dem öffentlich finanzierten Fund ‘Zollverein’ wuchert. Wären die Events und Messen auf Zollverein in einer beliebigen Messehalle die Gleichen? – Wohl kaum. Und da die moderne ‘Firma Zollverein’ selbst in den Genuss dieser imposanten und glücklicherweise mit öffentlichen Mitteln erhaltenen Kulisse kommt, so kann es Anderen nicht verwehrt werden.
Darüberhinaus dürfte es ganz im Interesse des Managements sein, wenn die unverwechselbare Silhouette Zollvereins immer wieder möglichst attraktiv inszeniert wird – es ist unbezahlte und unbezahlbare Werbung für den Standort!
Das ist doch wirklich die Höhe,
da stopft sich eine Stiftung die Taschen mit öffentlichen Mitteln voll und geriert sich dann als Hüterin eines gar nicht vorhandenen Urheberrechts mittels Abmahnung. Gegen mäßige Intelligenz scheinen die vereinnahmten Millionenbeträge leider nicht zu helfen, sonst würden die Verantwortlichen merken, was für einen Stuss sie verzapfen. Wäre interessant zu erfahren, wie man sich die Präsenz in der Kulturhauptstadt 2010 vergolden lässt – ist vermutlich eine andere Hausnummer, als die dumme Abmahnerei / ck